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Probenbesuch vom 24.2.09 |
Probenbesuch vom 24.2.09
„Nùme nid gsprengt! Was gits?“
„A de Chüubi frässe di ryyche Puure Pääggùbraate!”
„Ier zwee Zaaggeni wüsset, was der z tüe hiit!“
Diese und ähnliche Sätze dringen momentan jeden Dienstag- und Mittwochabend aus einem Raum in der Sensler Stiftung für Behinderte, wenn die Schauspieler des Theater Hintercher fleissig proben.
„Nùme nid gsprengt“ sind auch die Schauspieler zu Beginn der Probe. Es wird gelacht und gewitzelt und bald weist Regisseur Mark darauf hin, dass er diesmal gerne eine seriöse Probe hätte…
Als aber Hans mit seinem Satz „Der weise Mann ist selten klug und der kluge selten weise“ das Startsignal für die Probe gibt, ist augenblicklich still und alle konzentrieren sich auf den Text. Die Szenen werden ein paar Mal durchgesprochen, dabei werden Details diskutiert und alle bringen ihre Meinung ein. Ist Mark schliesslich zufrieden mit Betonung, Lautstärke und Tempo des Gesprochenen, geht die Probe richtig los. Die Bande setzt sich an den improvisierten Küchentisch und bald vergessen wir Zuschauer, dass wir nur im Probenraum sind und nicht wirklich im Hintercher! Die Rollen werden bereits sehr überzeugend gespielt und scheinen auf die einzelnen Schauspieler zugeschnitten zu sein. So vermag beispielsweise der autoritäre Hintercher-Franz den spitzbübischen Severin allein mit seinem düsteren Blick einzuschüchtern und der Grossmutter glaubt man sofort, dass sie den servierten Schnaps selbst gebrannt hat.
Mark ist ein kritischer Regisseur; an jedem Detail wird gefeilt, bis von den Bewegungen bis zum Umgang mit den Requisiten alles stimmt. Bei den Requisiten wird momentan natürlich noch improvisiert. So können ein Golfschläger schon mal zu einer Stechschaufel und Jasskarten zu Geldnoten umfunktioniert werden. Glücklicherweise befindet sich in der Flasche, nach der während dem Spiel häufig gegriffen wird, auch noch kein Schnaps. „Ier schnapset baud a bitz zfüu itz!“, muss Mark die Bandenmitglieder mahnen, die „in echt“ aber noch sehr nüchtern wirken. Doch selbst wenn nur Wasser getrunken wird, lässt die Konzentration der Schauspieler nach knapp zwei Stunden verständlicherweise nach. Die Versprecher werden häufiger. Dass man plötzlich „a See“ anstatt „a d Seisa“ fischen gehen muss, sorgt für einige Lacher und führt zur gespielten Resignation von Thomas (Hintercher-Franz): „Was mù nid cha, würd gstriche!“
Zum Schluss wird nochmals eine Szene durchgesprochen, wobei auch wir beiden Gäste eine Rolle lesen dürfen. Und dabei merken wir, dass es gar nicht so einfach ist, den Regietext ins gesprochene Senslerdeutsch zu übertragen… Chapeau also an die Schauspieler, die das bereits ohne Probleme beherrschen.
Nach dem Einblick in die Proben sind wir vom Können der Schauspieler und des Regisseurs begeistert. Wie Hintercher-Franz sagen würde: „Dasch nid münder!“
Mireille Rotzetter (Text), Patricia Aebischer (Fotos)
(Die Fotos zur Probe folgen in Kürze. Ebenfalls werden bald Informationen zu den Schauspielern und den anderen Mitwirkenden auf der Homepage zu finden sein.)
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