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Abschlussrede vom Präsidenten

Veröffentlicht von Administrator (webmaster) am Jul 16 2018
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Obwohl Petrus uns sehr wohlgesinnt war, fiel der Abschluss der Derniere leicht ins Wasser. So konnte unser Vereinspräsident nur eine gekürzte Version seiner Abschlussrede halten. Wie versprochen folgt hier nur die Rede in voller Länge:

Die Welt ist ein Theater und das Theater Spiegel der Welt. SOPHOKLES, EURIPDES, MENANDER, um nur sie zu nennen spielten die Griechen in ihren berückenden Theatern. Das Theater hat also eine grosse und lange Tradition. Das Stück, das wir hier spielen zeigt die Zustände im Sense Bezirk um 1950. Der Bezirk ist sprachlich nach Bern orientiert und konfessionell nach Freiburg. Doch bei niemandem ist er erwünscht und so ist er auf sich zurückgeworfen, isoliert, vereinsamt, verarmt, der Alkohol- und Kartenspielsucht ausgeliefert. Die konfessionelle Spaltung tut ein Übriges. Die Berner Bauern kaufen die Gehöfte und bringen sie zu neuer Blüte. Reichtum in ihrer Hand. Bei den Senslern schwelt die ohnmächtige Wut, der Neid und unterschwellig auch die Achtung. Unser Stück spielgelt all die Spannungen, Härten und Fronten.

Heute sind die Verhältnisse anders. Der Bezirk hat sich erholt. Er ist reicher und selbstbewusster geworden. Die konfessionellen Spannungen sind praktisch verschwunden, zum Glück. Die Infrastrukturen sind modern du hilfreich. Doch andere Elemente tauchen auf, sie sind verbunden mit der Informatik, dem Computer, dem Internet und dort auch dem Facebook, dem Handy schliesslich, dem allgegenwärtigen. Die Kleinkinder schon spielen auf der Tastatur und die Hektik dieser Technik belässt ihnen keine Zeit zur Reifung. Vom Kind werden Sie ins Erwachsenenalter katapultiert. Wo bleibt die Autorität der Erfahrenen? 1000 Freunde hat man in aller Welt und doch keinen wahren. Hohlheit einer rastlosen Raserei, Masslosigkeit überall. Ganz entgegen der griechischen Weisheit des Masses. In 50 Jahren werden andere ein gleiches Stück über unsere Zeit auf die Bühne bringen. Nicht ohne Augenzwinkern würde ich sagen: «Warten wir ab».

Es bleibt mir die angenehme Pflicht meinen weitgefächerten Dank auszudrücken. Zunächst sei dem Autor des Stückes Mark Kessler und den Schauspielern und Schauspielerinnen wärmstens gedankt für die erneute famose Darbietung. Die vielen Personen, die hinter den Kulissen tätig waren, ohne welche die Aufführungen nicht hätten bestritten werden können schliesse ich in demselben Dank ein. Sie sind eben unabdingbar nötige Mitbeteiligte. Weiterhin danke ich der Familie Schneuwly, die wiederum ihre Liegenschaft zur Verfügung gestellt hat, was keine Selbstverständlichkeit ist. Natürlich geht das Ganze ja nicht ohne die klingende Münze und deshalb gilt mein herzlicher Dank auch allen Sponsoren. Hier haben wir in diesem Jahr eine Besonderheit zu verzeichnen, es sind nämlich 100 Personen bereit gewesen jeweils 200.- zu spenden. Das ist sicherlich nicht alltäglich. Es brauchte viel Kulturenthusiasmus und auch viel Grosszügigkeit. Eben: Herz für’s Theater. Ihnen allen nochmals ganz herzlicher und tiefer Dank.

Zuletzt geändert am: Jul 16 2018 um 10:08 AM

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